28 Jahre CarpMirror und über 25 Jahre MatchAngler – eine Reise, die man nicht einfach vergisst
Liebe Leserinnen, liebe Leser, liebe Freunde, liebe Autoren und Geschäftspartner,
ja, es ist wahr. Ich kann mir gut vorstellen, dass der eine oder andere von euch diese Zeilen liest, noch einmal von vorne beginnt und sich fragt, ob ich das tatsächlich ernst meine. Schließlich haben wir euch über all die Jahre immer wieder mit neuen Ausgaben überrascht, euch Geschichten aus der Welt des Angelns erzählt, neue Ideen präsentiert und gemeinsam mit euch so manche Entwicklung in unserer Branche erlebt. Doch diesmal gibt es keine neue Idee, kein neues Projekt und auch keine weitere Ausgabe, auf die wir uns gemeinsam freuen können. Mit dem Erscheinen der Ausgabe 6/2026 endet die Geschichte von CarpMirror und MatchAngler. Meine Frau Gabi und ich haben uns aus Altersgründen dazu entschieden, unsere beiden Magazine einzustellen. Eine Entscheidung, die uns alles andere als leichtgefallen ist und die wir uns ganz sicher nicht von heute auf morgen ausgedacht haben. Schon im vergangenen Jahr war der Gedanke immer wieder da. Wir haben darüber gesprochen, nachgedacht, die Sache wieder beiseitegeschoben und irgendwann doch erneut darüber gesprochen. Bis wir uns schließlich in diesem Jahr dazu durchgerungen haben, einen Schlussstrich zu ziehen. Eine Entscheidung, die im Kopf vielleicht irgendwann vernünftig erscheint, die das Herz aber noch lange nicht einfach so akzeptiert. Denn wenn man etwas über 28 Jahre lang mit Herzblut, Leidenschaft, unzähligen Arbeitsstunden und sicherlich auch dem einen oder anderen verrückten Gedanken aufgebaut hat, dann lässt sich das nicht einfach eines Tages abschalten. Man kann nicht den letzten Artikel lesen, den letzten Drucktermin abhaken, den Computer herunterfahren und sagen: „So, das war’s jetzt.“Dafür hängt viel zu viel daran.Zu viele Erinnerungen. Zu viele Menschen. Zu viele Geschichten, Begegnungen, Reisen, Gespräche, Telefonate und E-Mails. Zu viele Deadlines, schlaflose Nächte, spontane Ideen und Momente, in denen wir uns gefragt haben, wie wir das alles eigentlich wieder rechtzeitig schaffen sollen. Und natürlich gab es auch jede Menge Augenblicke, in denen wir einfach nur glücklich darüber waren, was aus unseren Ideen geworden war. Wenn ich heute zurückblicke, dann war es eine fantastische Reise. Eine Reise, die wir in dieser Form niemals hätten planen können und die uns an Orte geführt hat, von denen wir am Anfang nicht einmal wussten, dass es sie für uns geben würde. Und deshalb möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um mich bei all den Menschen zu bedanken, die uns auf diesem Weg begleitet haben. Denn eines ist mir heute mehr denn je bewusst: Alleine hätten wir diese Reise niemals geschafft.Eine ziemlich verrückte Idee
Manchmal muss ich selbst ein wenig schmunzeln, wenn ich an die Anfänge zurückdenke. Gerade war die „Karpfenscene“ eingestellt worden, und ich kam auf die Idee, ein neues Karpfenmagazin auf den Markt zu bringen. Als wäre das nicht schon verrückt genug gewesen, folgte kurze Zeit später auch noch der MatchAngler. Und allein dieser Name sorgte 2001 für reichlich Gesprächsstoff. Wie kann man ein Angelmagazin denn bitte MatchAngler nennen? Und dann auch noch in Deutschland? Ich glaube, manche waren sich damals ziemlich sicher, dass wir nicht lange durchhalten würden. Andere hielten das Ganze für eine nette Idee, die sich früher oder später von selbst erledigen würde. Und wieder andere wussten ohnehin schon vorher ganz genau, warum das alles nicht funktionieren konnte. Heute kann ich darüber herzlich lachen. Damals war mir allerdings nicht unbedingt danach. Ich war jung, voller Energie und Ideen und fest davon überzeugt, dass wir etwas auf die Beine stellen konnten. Vielleicht war ich auch ein wenig naiv. Ganz sicher aber hatte ich den nötigen Mut, gegen den Strom zu schwimmen. Und vermutlich eine ordentliche Portion Sturheit, die mir bis heute nicht vollständig abhandengekommen ist. Zum Glück gab es Menschen, die nicht nur meine Ideen hörten, sondern auch an sie glaubten. Autoren, die bereit waren, uns zu unterstützen. Menschen, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit unseren Lesern teilen wollten. Partner, die uns eine Chance gaben, obwohl damals niemand wissen konnte, wohin die Reise führen würde.
Und aus manchen dieser ersten Kontakte wurden im Laufe der Jahre Freundschaften, die weit über das Geschäftliche hinausgingen. Natürlich gab es auch Skepsis, Neid und Menschen, die uns den Erfolg nicht unbedingt zugetraut hätten. Aber mit jedem Jahr, das verging, wurde manches davon leiser. Aus anfänglichen Gegnern wurden Weggefährten, aus Weggefährten wurden Freunde und aus vielen geschäftlichen Kontakten entstanden Beziehungen, die bis heute Bestand haben. Wenn ich daran denke, erfüllt mich das mit einer ganz besonderen Freude. Denn genau das ist es, was am Ende bleibt. Nicht die Frage, wer damals recht hatte. Nicht die Diskussion darüber, ob ein Magazin diesen oder jenen Namen tragen darf. Und auch nicht die vielen gedruckten Seiten, so gerne ich mich an sie erinnere. Es sind die Menschen. Diejenigen, die mit uns angefangen haben. Diejenigen, die später dazukamen. Diejenigen, die uns über viele Jahre begleitet haben und die uns manchmal vermutlich besser kannten, als ihnen lieb war. Und genau dafür bin ich dankbar.
28 Jahre voller Geschichten – und ein paar verrückte Ideen mehr
Wenn man über einen so langen Zeitraum zwei Magazine produziert, dann erlebt man einiges. Es gibt Zeiten, in denen alles wie von selbst läuft. Ideen entstehen, Beiträge kommen rechtzeitig, die Zusammenarbeit funktioniert und man hat das Gefühl, dass sich die vielen Stunden Arbeit tatsächlich auszahlen. Und dann gibt es die anderen Zeiten. Diejenigen, in denen kurz vor Drucklegung noch etwas fehlt. In denen eine Seite nicht so aussieht, wie sie aussehen soll. In denen ein Text dringend überarbeitet werden muss und man sich fragt, warum einem ausgerechnet jetzt noch eine Idee einfällt, die eigentlich unbedingt in diese Ausgabe gehört. Natürlich könnte man das auch in der nächsten Ausgabe machen. Aber wer mich kennt, weiß, dass dieser Gedanke nicht immer besonders lange Bestand hatte. Manchmal musste es eben doch noch in die aktuelle Ausgabe. Und wenn ich ehrlich bin, war das für die Menschen, die mit mir gearbeitet haben, nicht immer ein Vergnügen. Ich hatte Vorstellungen. Manchmal ziemlich genaue. Und manchmal kamen diese Vorstellungen zu einem Zeitpunkt, an dem andere längst der Meinung waren, dass jetzt eigentlich alles fertig sein sollte. Rückblickend betrachtet waren wir wahrscheinlich nicht immer die einfachsten Auftraggeber, Herausgeber oder Kollegen. Aber wir hatten immer ein gemeinsames Ziel: Wir wollten Magazine machen, hinter denen wir selbst stehen konnten. Magazine mit guten Geschichten, mit interessanten Menschen, mit fachlicher Substanz und mit Beiträgen, die unseren Lesern tatsächlich etwas boten. Dass wir dabei nicht immer alles richtig gemacht haben, versteht sich von selbst. Wir sind schließlich Menschen. Nicht jede Entscheidung war perfekt, nicht jede Ausgabe makellos und manches würde ich heute wahrscheinlich anders angehen. Aber ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass wir immer versucht haben, unseren Weg nach bestem Wissen und Gewissen zu gehen. Wir haben an unsere Ideen geglaubt, wir haben gearbeitet, wir haben Fehler gemacht, daraus gelernt und weitergemacht. Und wenn ich heute auf diese 28 Jahre zurückblicke, dann tue ich das mit Stolz. Nicht, weil immer alles perfekt gewesen wäre. Sondern weil wir etwas aufgebaut haben, das über Jahrzehnte Bestand hatte und das vielen Menschen Freude bereitet hat.
Unsere Autoren – ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen
Mein ganz besonderer Dank gilt unseren Autoren. Ihr habt CarpMirror und MatchAngler mit Leben gefüllt. Ihr habt uns mit euren Geschichten, euren Erfahrungen, euren Ideen und eurem Wissen unterstützt. Ihr habt euch die Zeit genommen, eure Erlebnisse am Wasser aufzuschreiben und sie mit anderen Menschen zu teilen. Und genau das ist etwas Besonderes. Denn wer gut angeln kann, ist nicht automatisch ein guter Autor. Wer einen außergewöhnlichen Fisch fängt, kann darüber nicht zwangsläufig eine Geschichte schreiben, die andere Menschen begeistert. Und wer viel weiß, kann sein Wissen nicht immer so vermitteln, dass andere davon profitieren. Ihr habt genau das geschafft. Ihr habt unsere Leser mitgenommen ans Wasser, habt ihnen neue Techniken erklärt, interessante Menschen vorgestellt, Entwicklungen begleitet und ihnen immer wieder gezeigt, wie vielfältig und faszinierend unser Hobby ist. Manche von euch waren von Anfang an dabei. Andere kamen später hinzu. Mit vielen habe ich über die Jahre unzählige Gespräche geführt, Ideen ausgetauscht und gemeinsame Erlebnisse geteilt. Aus der Zusammenarbeit sind Freundschaften entstanden, die ich nicht missen möchte.
Und vielleicht ist es gerade jetzt, am Ende dieser Reise, besonders wichtig, euch zu sagen, wie viel uns das bedeutet. Danke für eure Zuverlässigkeit. Danke für eure Geduld, wenn es einmal wieder knapp wurde. Danke für eure Unterstützung, eure Ideen und eure Bereitschaft, mit uns gemeinsam etwas zu schaffen. Danke auch für eure ehrlichen Worte, wenn wir unterschiedlicher Meinung waren. Denn auch das gehört dazu, wenn Menschen über viele Jahre miteinander arbeiten. Vor allem aber danke ich euch dafür, dass ihr uns euer Vertrauen geschenkt habt.
Ohne euch wären CarpMirror und MatchAngler niemals das geworden, was sie waren.
Und ich hoffe sehr, dass ihr irgendwann mit einem Lächeln an die gemeinsame Zeit zurückdenkt.
Junior Match’in und Junior Carp’in – leuchtende Kinderaugen
Wenn ich an die vergangenen Jahrzehnte denke, fallen mir nicht nur die Magazine und die vielen Geschichten ein, die wir veröffentlicht haben. Ich denke auch an unsere organisierten Events Junior Match’in und Junior Carp’in. An die Vorbereitungen, die vielen helfenden Hände und die Aufregung, die in der Luft lag, wenn sich alles um unsere jungen Angler drehte. Vor allem aber denke ich an die leuchtenden Kinderaugen. An die Begeisterung, wenn ein Fisch gebissen hatte. An die Freude über einen gelungenen Fang. An die stolzen Gesichter, wenn aus einem vorsichtigen Versuch plötzlich ein echtes Angelerlebnis wurde. Solche Momente lassen sich nicht in Auflagenzahlen messen. Sie tauchen in keiner Statistik auf und lassen sich auch nicht mit einem geschäftlichen Erfolg vergleichen. Aber sie bleiben. Vielleicht sind es sogar genau diese Erinnerungen, die einem mit etwas Abstand besonders wichtig werden. Denn am Ende geht es bei unserem Hobby doch um viel mehr als Fische, Montagen oder Köder. Es geht um gemeinsame Zeit, um Erlebnisse, um Natur und um die Begeisterung, die man miteinander teilen kann. Wenn wir mit diesen Veranstaltungen dazu beitragen konnten, bei einigen Kindern genau diese Begeisterung zu wecken, dann hat sich auch dieser Teil unserer Arbeit mehr als gelohnt.
Meine Tochter Vivien – und ein ganz besonderer Dank
Es gibt Menschen, die hinter einem Projekt stehen und dafür sorgen, dass vieles funktioniert, ohne dass Außenstehende überhaupt bemerken, wie viel Arbeit dahintersteckt. Meine Tochter Vivien gehört ganz sicher dazu. Über viele Jahre warst du für die grafische Leitung unserer beiden Magazine verantwortlich. Du hast Beiträge gestaltet, Seiten aufgebaut, Bilder arrangiert, Ideen umgesetzt und unseren Magazinen ihr unverwechselbares Gesicht gegeben. Du hast damit einen ganz wesentlichen Teil dazu beigetragen, dass CarpMirror und MatchAngler so geworden sind, wie unsere Leser sie kennen. Und du weißt selbst am besten, dass die Zusammenarbeit mit mir nicht immer ganz einfach war. Ich hatte Vorstellungen. Manchmal sehr genaue Vorstellungen. Und manchmal fielen mir diese ausgerechnet dann ein, wenn man eigentlich schon längst fertig sein wollte. Eine kleine Änderung hier. Noch etwas verschieben. Das Bild vielleicht doch anders. Und wenn wir schon dabei sind, könnte man diese eine Sache nicht auch noch … Ich weiß, dass ich dich damit manchmal ordentlich auf Trab gehalten habe. Aber am Ende hast du es immer gerockt. Und dafür möchte ich dir von Herzen Danke sagen. Danke für deine Kreativität, deine Geduld und deine Ideen. Danke für deine Arbeit, dein Engagement und dafür, dass du diesen Weg über so viele Jahre mit uns gegangen bist. Es ist eine Sache, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten. Es ist etwas ganz anderes, wenn die eigene Tochter einen so wichtigen Teil der gemeinsamen Geschichte mitgestaltet. Darauf bin ich unglaublich stolz. Und ich hoffe, du weißt, wie sehr ich deine Arbeit und deinen Beitrag zu diesen beiden Magazinen schätze. Danke, Vivi.
Gabi – aus einer Handvoll Abonnements wurden Tausende
Und dann ist da natürlich meine Frau Gabi. Ich glaube, ich habe dir ganz am Anfang einmal erzählt, dass es eigentlich nur darum gehen würde, eine Handvoll Abonnements zu verwalten. Tja. Aus dieser Handvoll Abos sind irgendwann Tausende geworden. Und aus einer kleinen Idee wurde ein großer Teil unseres gemeinsamen Lebens. Wenn ich heute darüber nachdenke, muss ich selbst ein wenig schmunzeln. Denn ich glaube, keiner von uns konnte damals wirklich abschätzen, was da auf uns zukommen würde. Aus einem überschaubaren Vorhaben wurde ein Unternehmen, das uns über Jahrzehnte begleitet hat. Mit all den schönen Seiten, aber natürlich auch mit den Belastungen, die eine solche Aufgabe mit sich bringt. Du hast all die Jahre hinter mir gestanden. Du hast unterstützt, mitgetragen, organisiert, ausgehalten und wahrscheinlich öfter als dir lieb war auch meine manchmal etwas verrückten Ideen ertragen. Du hast erlebt, wie aus einer Idee immer neue Aufgaben entstanden. Wie sich aus einer Ausgabe die nächste entwickelte. Wie der nächste Termin näher rückte, während im Kopf längst die nächste Ausgabe Gestalt annahm. Und du warst da. Nicht nur dann, wenn alles gut lief. Sondern auch dann, wenn es anstrengend wurde, wenn Entscheidungen getroffen werden mussten und wenn die Arbeit wieder einmal mehr Raum einnahm, als ursprünglich geplant war. Dafür kann ich dir eigentlich gar nicht oft genug danken. Denn wenn ich heute von 28 Jahren CarpMirror und MatchAngler spreche, dann ist das nicht nur meine Geschichte. Es ist unsere Geschichte. Wir haben diese Reise gemeinsam begonnen, gemeinsam erlebt und gemeinsam geprägt. Und deshalb treffen wir auch diese Entscheidung gemeinsam. Vielleicht ist das sogar einer der schönsten Gedanken an diesem Abschied: Wir hören nicht auf, weil uns unsere Arbeit nichts mehr bedeutet. Wir hören auf, weil wir uns bewusst dafür entscheiden, dem Leben wieder mehr Raum für andere Dinge zu geben. Und weil wir wissen, dass es nach all diesen Jahren auch einmal Zeit dafür ist.
Danke, Gabi. Für all die Jahre. Für deine Unterstützung. Für deine Geduld. Und vor allem dafür, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen durften.
Danke an euch, unsere Leser und Abonnenten
Natürlich wäre diese Geschichte ohne euch niemals das geworden, was sie heute ist. Deshalb gilt mein Dank ganz besonders unseren Leserinnen und Lesern und all jenen, die uns über viele Jahre als Abonnenten die Treue gehalten haben. Manche von euch begleiten uns tatsächlich seit den ersten Ausgaben. Andere haben uns später entdeckt und sind irgendwann zu treuen Lesern geworden. Ihr habt unsere Magazine gekauft, gelesen, weiterempfohlen und uns mit euren Rückmeldungen gezeigt, dass unsere Arbeit einen Platz in eurem Leben hatte. Dass Menschen alle zwei Monate auf eine neue Ausgabe warten, dass sie sich Zeit nehmen, unsere Geschichten zu lesen und sich mit den Themen beschäftigen, die wir für sie zusammengestellt haben, ist etwas, das man niemals als selbstverständlich betrachten sollte. Vielleicht vergisst man im täglichen Arbeitsablauf manchmal, wie besonders das eigentlich ist. Man arbeitet an der nächsten Ausgabe, kümmert sich um Beiträge, Anzeigen, Gestaltung und Termine. Man denkt darüber nach, was verbessert werden könnte und welche Themen die Leser interessieren werden. Und während man all das tut, sind irgendwo Menschen, die sich tatsächlich auf das Ergebnis freuen. Heute, am Ende dieser langen Reise, wird mir das noch einmal besonders bewusst. Danke, dass ihr da wart. Danke für euer Vertrauen. Danke für eure Treue. Danke für die vielen Jahre, in denen ihr uns begleitet habt. Und danke dafür, dass wir mit unserer Arbeit ein kleiner Teil eurer Leidenschaft für das Angeln sein durften. Ich weiß, dass manche von euch den CarpMirror oder den MatchAngler vermissen werden. Das können wir gut verstehen. Schließlich fällt es auch uns nicht leicht, uns von etwas zu verabschieden, das uns so lange begleitet hat. Aber vielleicht ist genau das ein schönes Zeichen. Wenn etwas vermisst wird, dann hat es offenbar einen Platz im Leben eines Menschen gehabt. Und wenn unsere Magazine für euch über all die Jahre mehr waren als nur bedrucktes Papier, dann haben wir etwas erreicht, worauf wir wirklich stolz sein dürfen.
Die letzten Cover…..
Auf dem MatchAngler werden wir meinen Enkel Len-Andre bei seiner ersten Angelsession sehen, auf dem Cover des CarpMirror wird ein Bild mit meinem Sohn Andre an seine erste Karpfensession erinnern.
Und was mache ich jetzt?
Eine Frage, die mir in den vergangenen Tagen schon durch den Kopf gegangen ist. Ganz ohne Arbeit wird es natürlich auch in Zukunft nicht werden. Unser Laden ist schließlich noch da, und dort gibt es immer genug zu tun. Aber ich möchte versuchen, etwas zu lernen, das mir nach all den Jahren vermutlich gar nicht so leichtfallen wird. Einfach angeln zu gehen. Nicht angeln, um einen Köder zu testen. Nicht angeln, um ein neues Rig auszuprobieren. Nicht angeln, weil anschließend noch ein Bericht geschrieben werden muss. Nicht während des Angelns überlegen, wie man einen bestimmten Satz formulieren könnte, welche Bilder noch fehlen oder ob das Erlebnis wohl eine gute Geschichte für die nächste Ausgabe abgeben würde. Einfach nur angeln. Mit freiem Kopf. Mit Zeit. Ohne Druck. Ohne Deadline im Hinterkopf.
Ich möchte wieder am Wasser sitzen können, ohne dass irgendwo im Hinterkopf eine imaginäre Redaktionskonferenz stattfindet. Ich möchte einen Fisch fangen und mich einfach darüber freuen können, ohne anschließend darüber nachzudenken, wie ich ihn am besten fotografiere oder welche Informationen ich für einen Bericht noch benötige.
Ich möchte einen ruhigen Morgen genießen, den Wind auf dem Wasser beobachten und auch einmal eine Stunde lang nichts anderes tun, als auf meine Ruten zu schauen. Klingt eigentlich ganz einfach.
Aber wer so viele Jahre von Ausgabe zu Ausgabe, von Abgabetermin zu Abgabetermin und von Drucktermin zu Drucktermin gelebt hat, muss wahrscheinlich erst wieder lernen, dass es auch ein Leben ohne den nächsten Erscheinungstermin gibt. Ich bin gespannt, wie gut mir das gelingt. Und natürlich hoffe ich dabei ein wenig auf meinen Enkel Len-Andre. Vielleicht kann er mir ja zeigen, wie das geht. Vielleicht sitzen wir eines Tages gemeinsam am Wasser, die Ruten liegen vor uns und ich erkläre ihm, worauf es beim Angeln ankommt. Vielleicht wird er mir aber auch zeigen, dass die Welt aus seiner Sicht ganz anders aussieht und dass man manche Dinge ruhig einmal neu betrachten darf. Ich freue mich jedenfalls auf diese Zeit. Auf gemeinsame Stunden. Auf neue Erinnerungen. Auf die kleinen Dinge, für die im Alltag oft zu wenig Zeit bleibt. Und wer weiß …
Vielleicht sitzen wir irgendwann nebeneinander am Wasser, plötzlich hat Len-Andre eine Idee und sagt: „Opa, das könnte man doch mal machen …“ Dann werde ich vermutlich erst einmal grinsen. Und dann schauen wir mal. Vielleicht beginnt genau dort irgendwann eine ganz neue Geschichte. Aber zunächst einmal möchte ich die alte Geschichte in Ruhe zu Ende erzählen.
Es ist Zeit, Danke zu sagen
Wenn ich heute auf diese 28 Jahre zurückblicke, dann sehe ich nicht nur zwei Magazine. Ich sehe unzählige Menschen, die uns begleitet haben. Ich sehe Autoren, die ihre Geschichten mit uns geteilt haben. Geschäftspartner, mit denen wir über viele Jahre zusammengearbeitet haben. Freunde, die aus beruflichen Kontakten entstanden sind. Leser, die uns vertraut haben. Und meine Familie, ohne die all das niemals möglich gewesen wäre. Ich sehe viele Stunden Arbeit, manchmal Stress und Hektik, gelegentlich auch Ärger und Frust. Aber vor allem sehe ich eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Wir haben viel erlebt, viel gearbeitet, viel gelacht und manchmal sicher auch geflucht. Wir haben Dinge ausprobiert, die funktioniert haben, und andere, die wir heute vielleicht anders machen würden. Aber wir haben es gemacht. Wir haben unsere Ideen verfolgt, unsere Überzeugungen vertreten und über viele Jahre hinweg etwas geschaffen, an das wir geglaubt haben. Dafür bin ich dankbar. Dankbar unseren Autoren. Dankbar unseren Geschäftspartnern. Dankbar unseren Lesern und Abonnenten. Dankbar unseren Freunden und Wegbegleitern. Dankbar meiner Tochter Vivien, Adrian und Sven. Daniel und Justin. Und ganz besonders dankbar meiner Frau Gabi. Ohne euch alle wäre diese unglaubliche Reise niemals möglich gewesen. Es wird sicher seltsam sein, wenn die letzte Ausgabe erschienen ist und plötzlich kein neuer Erscheinungstermin mehr im Kalender steht. Wenn keine Beiträge mehr angefordert werden müssen, keine Seiten mehr gestaltet werden und niemand mehr auf den nächsten Drucktermin wartet. Vielleicht wird mir erst dann richtig bewusst werden, was es bedeutet, nach 28 Jahren wirklich aufzuhören. Vielleicht werde ich an manchen Tagen die Arbeit vermissen. Vielleicht werde ich mich dabei ertappen, wie ich gedanklich schon wieder eine neue Ausgabe zusammenstelle. Und vielleicht wird es auch Momente geben, in denen ich mich frage, ob die Entscheidung tatsächlich richtig war. Aber ich glaube, dass es jetzt an der Zeit ist. Nicht, weil wir unsere Magazine nicht mehr lieben. Sondern weil wir gelernt haben, dass man manchmal gerade dann loslassen muss, wenn einem etwas besonders viel bedeutet. Denn das Leben besteht nicht nur aus dem, was wir aufbauen und erreichen. Es besteht auch aus den Menschen, mit denen wir unsere Zeit verbringen, aus den Erinnerungen, die wir schaffen, und aus den Augenblicken, die wir viel zu oft auf später verschieben. Nach 28 Jahren dürfen wir uns die Freiheit nehmen, genau das wieder ein wenig mehr in den Mittelpunkt zu stellen.
Eine letzte Sache möchte ich euch noch sagen
Ich werde den CarpMirror und den MatchAngler nicht einfach vergessen können. Dafür waren sie viel zu lange ein Teil unseres Lebens. Sie haben mich geprägt, unsere Familie begleitet und uns mit Menschen zusammengebracht, die wir sonst vielleicht niemals kennengelernt hätten. Und wenn ich irgendwann in ein paar Jahren am Wasser sitze, meinen Enkel neben mir, die Ruten vor uns und endlich einmal keinen Gedanken an einen Drucktermin im Kopf, dann werde ich ganz sicher auch an diese Zeit zurückdenken. An die Anfänge. An die verrückten Ideen. An die Menschen, die uns unterstützt haben. An die vielen Geschichten, die wir gemeinsam erlebt haben. Und an euch. Vielleicht werde ich dann sogar ein wenig darüber schmunzeln, wie oft ich mich damals über fehlende Beiträge, knappe Termine oder eine Seite geärgert habe, die einfach nicht so aussehen wollte, wie ich mir das vorgestellt hatte. Heute weiß ich, dass all diese Dinge zu unserer Geschichte gehörten. Und ich möchte keinen einzigen Abschnitt davon missen. Es ist ein gutes Gefühl, am Ende einer so langen Reise zurückzublicken und sagen zu können: Wir haben es versucht. Wir haben daran geglaubt. Wir haben etwas geschaffen. Und wir durften es mit vielen wunderbaren Menschen teilen. Was will man mehr?
Deshalb möchte ich mich nicht mit einem traurigen Abschied verabschieden, sondern mit einem Lächeln. Mit Stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht und erlebt haben, und mit Dankbarkeit für all die Menschen, die unseren Weg begleitet haben.
28 Jahre CarpMirror. Mehr als 25 Jahre MatchAngler. Unzählige Geschichten. Tausende Erinnerungen. Und Menschen, die bleiben.
Die Magazine werden jetzt nicht mehr neu erscheinen. Aber die Geschichten, die Freundschaften und die Erinnerungen verschwinden nicht mit der letzten Ausgabe. Sie gehören zu uns. Und sie gehören zu euch. Passt auf euch auf, bleibt gesund und genießt jede Stunde am Wasser. Vergesst bei aller Begeisterung für unser wunderbares Hobby niemals, dass es nicht darauf ankommt, wie viele Fische wir fangen oder wie erfolgreich eine Session war. Es kommt darauf an, was wir dabei erleben und mit wem wir diese Erlebnisse teilen dürfen. Vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder am Wasser. Bei einem Gespräch, einem Kaffee oder einfach nur, weil wir zufällig am selben Ufer stehen. Ich würde mich freuen. Und sollte dann jemand fragen, was aus dem CarpMirror und dem MatchAngler geworden ist, werde ich vermutlich sagen: Wir hatten eine wunderbare Zeit. Und das haben wir vor allem euch zu verdanken.
Von Herzen Danke für alles.
Gabi, Harald & Vivien
